Für Gelegenheitszocker: Zotac GT 640 Rev.2 Low Profile

Gedacht als Übergangslösung für die doch arg laute Radeon 7750 HD (ebenfalls eine Low Profile Karte), überraschte die GT 640 V2 von Zotac mit einer recht akzeptablen Leistung. Selbst bei anspruchsvollen Spielen macht die Grafikkarte eine gute Figur. Das hat genau zwei Gründe, wobei der eine in der Software und der andere in Hardware zu finden ist.

Zotac GT 640 Low Profile

Zotac GT 640 Low Profile

Im Gegensatz zu der Vorgänger Version besitzt die Zotac eine andere GPU (DirectX 11.0, Kepler, GK208) und außerdem den wesentlich schnelleren GDDR5 Speicher. GDDR5 ist immer dem langsameren GDDR3 Speicher vorzuziehen. Es ist außerdem absolut irrelevant, ob der langsamere Speicher dafür 2GB oder gar 4GB auf einer Grafikkarte vorhanden ist. Mal abgesehen davon, dass bisher kein einziges Spiel echte Vorteile aus 4GB ziehen kann, liegt der Performance unterschied zwischen beiden Speichervarianten in der Praxis zwischen bei ca. 8%. Seit dem Update der Geforce-Treiber 337.50 sind sogar letztendlich fast 10% mehr Leistung bei der neuen GT 640 zu verzeichnen. Es wird aber noch besser.

Low Profile und Leise? Geht!

Front Ansicht

Front Ansicht

Größtes Manko, welches die meisten Low Profile Grafikkarten gemeinsam haben, ist die Kühlung bzw. die Lautstärke vom Lüfter. Bei meiner Radeon 7750 HD war im Idle alles noch recht leise aber beim Spielen entwickelte diese sich regelrecht zur kleinen Turbine im HTPC-Gehäuse, insbesondere unter Volllast. Auf Dauer hat dies doch sehr genervt, weswegen ich schlussendlich umgestiegen bin. Die Zotac hingegen besitzt einen wesentlich effizienteren Kühler und ist im geschlossenen Gehäuse, selbst unter Last, kaum wahrnehmbar. In der Regel dreht der GT 640 Lüfter nur auf maximal 43% hoch, was nicht nur am guten Kühlkörper liegt. NVIDIA hat es mittlerweile ebenso hinbekommen, schnelle und stromsparende Grafikprozessoren zu entwickeln, was dazu führt, dass die Zotac GT 640 Rev2 keine zusätzliche Stromversorgung vom Netzteil benötigt. Ein 6-Pin-Kabel vom Netzteil, wie es bei herkömmlichen Grafikkarten der Fall ist, entfällt hier gänzlich.
Dementsprechend weniger Kühlleistung wird benötigen und NVIDI ist dabei, AMD den Rang im Low Profile Grafikkarten Segment abzulaufen. Aus meiner Sicht ist dies sogar schon mit der neuen GTX 750 Ti geschehen. Im Idle Modus erwärmt sich die Grafikkarte auf schlappe 32 Grad und unter Last lediglich 60 Grad. Diese Werte sind schon beachtlich für eine Low Profile Grafikkarte. Daraus ergibt sich ein neuer Vorteil beim Übertaktungspotenzial.

Sehr gutes Übertaktungspotenzial

GT 640 Seitenansicht

GT 640 Seitenansicht

Die Zotac GT 640 V2 mit DDR5 Speicher lässt sich via kostenlosem MSI Afterburner Tool unkompliziert übertakten (GPU wie Speicher) und hier sind locker nochmals 10% Steigerung bei der Spielperformance drin. So konnte ich den Takt der GPU (Core Clock) um 154 MHz anheben, den des Speichers (Memory Clock) um 300 MHz. Temperaturen wie Lüfter Drehzahl blieben dabei unverändert gegenüber dem Standardtakt. Ich habe zudem auf YouTube und in Foren noch höhere Übertaktungen gesehen, die jedoch hauptsächlich beim Speicher angewendet wurden. Die Übertaktung vom Core Takt lag bei allen zwischen 150-180 MHz, beim Speicher schwankt es um 300-500MHz. Es ist also noch Luft nach oben aber mir reichte mein Ergebnis vom Overclocking. Die FPS (Frames per Second) Resultate können sich dann auch sehen lassen.

OC Ergebnisse mit Pentium G3220 und bei 1440×900:

Die ideale Grafik Einstellungen für die jeweiligen Spiele wurden mittels NVIDIA Geforce Experience (fester Bestandteil des Grafikkarten Treiber) automatisch optimiert. Als CPU kommt ein Pentium G3220 zum Einsatz. Über den eigentlichen Rechner verfasse ich noch einen separaten Artikel. Da warte ich momentan auf meine neue Low Profile Grafikkarte.

Far Cry 3 – Einstellungen: alles auf Hoch, 16x AA = 32-45 FPS
Crysis 2 alles auf Hoch, teils Ultra, 16x AA = 37-48 FPS
Borderlands 2 alles auf Hoch, 16x AA = 39-55 FPS
Grid 2 alles auf Hoch mit erweiterten Grafiken = 35-54 FPS
Crysis 3 maximal Mittel, 4x AA dann ca. 30-40 FPS

Da ich zumeist auf meinem 19“ TFT spiele und dieser keine Full HD Auflösung bietet, gelten die Benchmarks für die Auflösung 1440×900. Aktuelle oder kommende Spiele wie beispielsweise Far Cry 4 können sicherlich nicht in maximaler Grafikpracht in Full HD gespielt werden. Dazu müssen einige Details und/oder die Auflösung reduziert werden. Die Nvidia Treiber, genauer gesagt das interne Tool Geforce Experience ist dabei äußerst hilfreich. Es ermittelt an der PC Hardware die optimalen Einstellungen, um das gewünschte Spiel flüssig spielen zu können. Als Minimum gelten 30 FPS (Frames per Second = Bildanzahl je Sekunde) um Spiele ruckelfrei genießen zu können. Die oben genannten FPS und Spiele erfüllen diese Anforderungen deutlich, was auch für mich eine Überraschung war. Ältere Spiele hingegen laufen durchaus in Full HD, nur die neuen Spiele eben nicht.

Fazit

GT640 Rev2

GT640 Rev2

Die Zotac GT 640 Rev2 (Amazonlink) ist ein empfehlenswerter Gebrauchttipp für bestehende HTPC und Gelegenheitsspieler. Das Übertakten ist kinderleicht und holt das Maximum aus der Grafikkarte heraus. Umso erstaunlicher empfand ich die stets niedrigen Temperaturen und geringe Lüfterdrehzahl in meinem doch kleinen HTPC-Gehäuse.. Da ich bereits einige Low Profile Grafikkarte getestet oder verbaut habe, kann ich der Zotac die beste und wahrscheinlich auch leiseste Aktivkühlung bescheinigen. Ein Neukauf hingegen lohnt sich kaum, da empfehlen sich preislich bessere Alternativen wie die GT 740 oder GT 730 von Zotac (Amazonlink). Letztere ist sogar als passiv gekühlte Variante zu haben, also gänzlich ohne Lüfter und mit knapp 65 Euro eine durchaus interessante Alternative. In jedem Fall sollte auf das Vorhandensein des schnellen GDDR5 Speicher geachtet werden und 1GB Speicher reicht bei diesen Grafikkarten völlig aus.

Tolle Grafikkarte für den preisbewussten Gamer. Wer neue Spiele nicht unbedingt auf Full HD mit maximalen Grafikdetails erleben will und das relativ einfache Übertakten nicht scheut, erhält hiermit eine brauchbare Lösung.